
ADFC-Zähltruppe im Einsatz © Achim Tüns
Wir haben mal gezählt
Nur 11,5 % der Linksabbieger nutzten die besonderen Aufstellflächen an der Steiner-Schloss-Kreuzung, nur 7,5% der Rechtsabbieger fuhren über die gemeinsame Rechtsabbiege-Spur für Kfz und Rad. Das waren Ergebnisse unserer 3-stündigen Verkehrszählung.
Die sog. Steiner- Schloss-Kreuzung (Ansbacher Straße/Rednitzstraße/Bahnhofstraße in Stein/Nürnberger Straße in Stein) war die erste Kreuzung im Großraum Nürnberg, die extra Aufstellflächen für Linksabbieger bekam. Sie ermöglichen es, indirekt abzubiegen, ohne die Fußgängerfurten nutzen zu müssen. Die Meinungen dazu sind sehr unterschiedlich, die Diskussionen darüber verlaufen oft sehr emotional.
Aber wie werden sie in der Praxis tatsächlich genutzt? Um das besser einschätzen zu können, die Diskussionen also auf eine etwas sachlichere Grundlage zu stellen, zählten 5 Nürnberger ADFC-Aktive am 28. Juli 3 Stunden lang den Radverkehr an dieser Kreuzung. In dieser Zeit benutzten nur 7 Radler:innen die Aufstellflächen, das waren gerade mal 11,5% der Linksabbieger, die wir insgesamt beobachten konnten. Ähnlich waren die Verhältnisse bei den Rechtsabbiegern: Nur 3 von 39 Radfahrer:innen (7,5%) wählten den von der Verkehrsplanung eigentlich vorgesehenen Weg, bogen also vom Radstreifen auf die gemeinsame Rechtsabbiegespur mit dem Kfz-Verkehr ab.
Ganz anders die Verhältnisse bei den Geradeausfahrenden: 82% der 234 Radfahrer:innen nutzten konsequent die Radstreifen, also auch die Radstreifen in Mittellage zwischen den Autospuren für den geradeaus fahren und dem nach rechts abbiegenden Autoverkehr-Verkehr. Auf der Verbindung von Röthenbach nach Stein bzw. umgekehrt sogar 90%. Unter den anderen Menschen auf dem Fahrrad waren auch Familien mit Kindern, die verpflichtet sind, auf dem Gehweg zu radeln.
Wieviele Autos in dieser Zeit fuhren, wie hoch also der Radverkehrsanteil am rollenden Individualverkehr war, haben wir nicht gezählt, das war das Thema der städtischen Verkehrszählung eine Woche zuvor, die Ergebnisse dürften gegen Ende des Jahres veröffentlicht werden. Gefühlt lag der Radverkehrsanteil aber deutlich unter 5%. Und genauso gefühlt ging die Zahl der Radler:innen zurück, je mehr die Zahl der Autos mit dem abendlichen Berufsverkehr zunahm. Das Wetter war allerdings ziemlich heiß, weshalb wir auch nur drei statt der ursprünglich geplanten vier Stunden zählten.
Habt Ihr Ideen, wo auch mal eine Radverkehrszählung zu einem speziellen Thema gemacht werden sollte? Oder habt Ihr Lust, selbst mal bei einer Zählung mitzumachen? Meldet Euch gern bei der AG Verkehr des ADFC Nürnberg über kontakt [at] adfc-nuernberg.de







