
Foto: Achim Tüns - So eng bleibt es noch mindestens 20 Jahre
Noch mindestens 20 Jahre Pfosten mitten im Radweg am Westtorgraben
Der Verkehrsausschuss beschloss am 25.06.26 Pläne für den Spittlertor- und Westtorgraben, die nennenswerte Verbesserungen am Radweg für die Lebensdauer der neuen Tram-Schienen, also für 20 bis 30 Jahre nahezu ausszuschließen.
Der 25. Juni 2026 war kein guter Tag für Nürnbergs Radfahrerinnen und Radfahrer. Der Verkehrsausschuss beschloss Pläne für die neuen Straßenbahnschienen am Spittlertorgraben und Westtorgraben, die nennenswerte Verbesserungen am Radweg entlang des Stadtgrabens für die Lebensdauer der neuen Schienen, also für 20 bis 30 Jahre nahezu ausschließen. Insbesondere werden die meisten Pfosten für die Straßenbahnoberleitungen weiterhin mitten im Radweg stehen bleiben. Nur gegenüber der Prateranlage werden zwei Pfosten zwischen die Kfz-Parkplätze versetzt, aber auch dort gibt es keine Trennung von Rad- und Gehweg. Am Westtorgraben wird es weiterhin gar keinen Gehweg geben, so dass die Fußgängerinnen und Fußgänger weiterhin auf dem Radweg laufen werden, insbesondere Touristinnen und Touristen, die hier fotografieren wollen.
Im Bereich der Pfosten verbleiben für den Zweirichtungsradweg gerade 1,50 m bis 1,60 m. Auf dieser Breite sind sichere Begegnungen mit den entgegenkommenden RadlerInnen unmöglich, genauso kein sicheres Überholen. Erst im Mai hatte es einen Unfall gegeben, bei dem sich die Lenker von zwei Rädern ineinander verhakt hatten.
Der eigentliche Fehler war allerdings nicht die Entscheidung im Ausschuss am 25. Juni, sondern passierte spätestens 2023/2024: damals wurde nicht an Plänen für eine bessere Lösung in diesem Bereich gearbeitet wurde, obwohl der Mobilitätsbeschluss von 2021 eindeutig einen Ausbau des „Altstadtring für Radler“ auf in der Regel 4 m, mindestens 2,50 m (getrennt vom Gehweg) bis 2026 vorsah. Jetzt reichte die Zeit wohl nicht mehr, um bessere Pläne zu erarbeiten, zu beschließen und dann durch ein Planfeststellungsverfahren zu bringen, bevor die neuen Schienen verlegt werden, wenn die Straßenbahn wegen der Bauarbeiten am Plärrer ohnehin nicht fahren kann.
Grüne, ÖDP und Politbande kritisierten, dass die klare Aussage im Mobilitätsbeschluss nicht als Auftrag gesehen worden war, an Plänen für den Altstadtring für Radler zu arbeiten. Sie stimmten aber trotzdem „schweren Herzens“ zu, um eine leicht verbesserte Lage der Straßenbahnschienen, eine barrierefreie Haltestelle und drei neue Bäume zu ermöglichen. Die CSU nannte die Lösung ohne nennenswerte Verbesserungen für den Radverkehr „pragmatische Verkehrspolitik“, die SPD sprach von einem „Kompromiss“ und versuchte die Verantwortung für evtl. Probleme an den Engstellen den Radlerinnen und Radlern selbst zuzuschieben.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Alexander Kahl erinnerte in seiner Wortmeldung auch an die Idee, an der Innenseite der Grabenmauer einen Steg für die Fußgängerinnen und Fußgänger zu bauen, die auch der frühere Baureferent Daniel Ulrich gelegentlich erwähnt habe. Für diese Idee wollen auch wir uns jetzt einsetzen, denn so wäre das Fußgängerproblem auf dem Radweg gelöst, wenn auch die Pfosten stehen bleiben werden.
Albrecht Steindorff








