Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Nürnberg e. V.

 Engstelle am Westtorgraben (Foto: Achim Tüns)

Engstelle am Westtorgraben (Foto: Achim Tüns) © Joachim Tüns

Radweg ohne Pfosten!

Am Spittlertor- und Westtorgraben sollen die Straßenbahnschienen erneuert werden. Wir wollen, dass sie so gelegt werden, dass ein Radweg ohne Pfosten getrennt vom Gehweg möglich wird. Dafür hoffen wir auf die Hilfe des Verkehrsausschuss.

ADFC fordert sichere Rad- und Fußwege am Stadtgraben bei Gleissanierung

Wenn am Spittlertorgraben und am Westtorgraben in den kommenden Jahren die Straßenbahngleise erneuert werden, sollte die Gelegenheit genutzt werden, die Verkehrsflächen entlang des Stadtgrabens grundlegend zu verbessern. Dafür setzt sich der ADFC Nürnberg ein und ist auf die Mitglieder des Verkehrsausschusses zugegangen mit der Aufforderung, die bisherigen Planungen der Stadtverwaltung zu überdenken. Die Vorlagen werden am Donnerstag, 25. Juni 2026, im Verkehrsausschuss beraten. Der ADFC fordert, die Gleise so zu positionieren, dass zwischen Stadtgraben und Straßenbahntrasse ausreichend Platz für einen Gehweg, einen leistungsfähigen Radweg und die Fahrspur für den Autoverkehr bleibt.

Behandelt wird bei der anstehenden Entscheidung die Lage der künftigen Straßenbahnschienen. Aus Sicht des ADFC hat deren Festlegung weitreichende Folgen: Die auf mindestens 30 Jahre angelegten Gleise definieren die Verkehrsflächen. Werden die Gleise jetzt ungünstig angeordnet, blockieren sie notwendige Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr. „Der heutige Zustand darf nicht auf weitere Jahrzehnte festgeschrieben werden“, betont Martin Wolff, Vorsitzender des ADFC Nürnberg. „Die anstehende Gleissanierung bietet eine seltene Chance, die Flächen entlang des Stadtgrabens zukunftsfähig zu gestalten. Die ganze Problematik der Situation zeigte sich erst wieder im Mai 2026 als sich bei einem Unfall die Lenker zweier Fahrräder ineinander verhakten. Für uns als ADFC ist dies ein weiteres Argument, die Engstellen im Zuge der Gleissanierung endlich zu beseitigen.“

Derzeit verläuft entlang des Stadtgrabens ein Zweirichtungsradweg, auf dem zugleich die Masten der Straßenbahnoberleitung stehen. An mehreren Stellen verbleiben zwischen Mauer und Mast lediglich 1,60 Meter, manchmal sogar noch weniger Platz. Sichere Begegnungen mit entgegenkommenden Radfahrenden sind dort kaum möglich. Ein Überholen langsamerer Radfahrer:innen scheidet praktisch aus, da zu Mauer und Masten stets ein Sicherheitsabstand eingehalten werden muss.

Zusätzlich nimmt die Zahl der Fußgänger:innen am Spittlertor seit Jahren zu. Vor allem der Tourismus sorgt dafür, dass deutlich mehr Menschen entlang des historischen Stadtgrabens unterwegs sind als früher. Spätestens 2030, im Jahr der Landesgartenschau Nürnberg, werden der Stadtgraben wie auch die oberhalb verlaufenden Wege zu Hotspots für Fußgänger:innen. Da es keinen eigenen Gehweg gibt, gehen bereits jetzt viele Menschen auf dem Radweg. Dieser ist jedoch als reiner Radweg ausgeschildert. Die Folge sind ständige Konflikte und ein hohes Unfallrisiko durch die beengten Verhältnisse.

Im Mobilitätsbeschluss für Nürnberg aus dem Jahr 2021 ist der „Altstadtring für Radler“ mit durchgehenden, in der Regel vier Meter breiten Zweirichtungsradwegen vorgesehen. Die Umsetzung bis 2026 ist trotz Forderungen aus der Radler:innen-Community nie angegangen worden. Nun droht auch auf dem westlichen Abschnitt eine Abkehr vom eigentlichen Ziel. Um dieses zu verhindern, hat der ADFC die Mitglieder des Verkehrsausschusses direkt angeschrieben und dazu aufgefordert, die Gleissanierung als Verbesserungsoption für die Straßenbahn und den Fuß- und Radverkehr zu verstehen. 

Das Schreiben an die Verkehrausschuss-Mitglieder findet Ihr hier.

Die Unterlagen mit den jetzigen Plänen der Verwaltung findet Ihr hier.

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https://nuernberg.adfc.de/artikel/radweg-ohne-pfosten

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