
Straßendecke in der Pilotystraße im Juli (Foto A. Steindorff)
Radschnellverbindung durch die Pilotystraße: Bleiben Holperpisten?
2017 wurde der Grundsatzbeschluss für die Radschnellverbindung gefasst, 2020 erste Straßenpläne verabschiedet,
2023 war der 1. Spatenstich, erst jetzt wird in der Pilotystr. gebaut. Zwischen den Kreuzungen sollen die Holperpisten aber bleiben.
Was sehr lange währt, wird auch nicht gut: Die Pilotystraße
Radschnellverbindungen, eine Zwischenstufe zwischen nur ausgeschilderten Radrouten und Radschnellwegen, sollen es ermöglichen, auch mit höherer Geschwindigkeit sicher zu radeln; 25 km/h mit dem Pedelec oder auch schneller aus eigener Kraft. So sollen mehr Menschen motiviert werden, auch längere Entfernungen mit dem Rad zu fahren. Das ist verbunden mit der Hoffnung, den Autoanteil bei den Pendlern zugunsten des Rads zu verringern. Denn die einpendelnden Autos haben einen großen Anteil an den Problemen, die die Stadt mit dem Kfz-Verkehr und den parkenden Autos hat.
Schneller Start, dann immer mehr Verzögerungen
In Nürnberg begann die Diskussion um Radschnellwege, später Radschnellverbindungen schon 2014, initiiert vor allem durch den ADFC. Schon 2015 gab die Stadt Nürnberg eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, 2017 wurde sie im Stadtrat präsentiert und ein Grundsatzbeschluss für 5 Radschnellverbindungen gefasst. Dann verlangsamte sich das Tempo: erst 2020 wurden die ersten Straßenpläne für Abschnitte in der Nordstadt beschlossen. Im Juni 2023 gab es einen „ersten Spatenstich“ mit Ministerpräsident Söder in der Friedrichstraße. Nach weiteren 3 Jahren wurden die ersten 200 m Fahrradstraße in der südlichen Friedrichstraße fertig.
Pilotystraße: Holperpiste als Radschnellverbindung?
Zur Zeit laufen nun die Bauarbeiten in der Pilotystraße: An den Kreuzungen (mit Schweppermannstraße und Kobergerstraße) werden die Kurvenradien verändert und die Oberflächen in den Kreuzungsbereichen saniert. Auf den Strecken dazwischen sollen die Oberflächen aber so schlecht bleiben wie bisher (siehe Foto), nur die neuen Markierungen sollen dazu kommen. Wie soll auf so unebenen Pisten auf Dauer sicher und zügig geradelt werden? Widerspricht das nicht der Idee von „Radschnellverbindungen“?
Dabei ist das Problem nicht neu: Schon im Dezember 2019 hatte der ADFC auf den schlechten Zustand bei einer Besprechung im Verkehrsplanungsamt hingewiesen. Die freundliche Reaktion war damals, der Hinweis werde „mitgenommen“. Aufgrabungen in der Straße im Laufe der letzten sechseinhalb Jahre haben den Zustand weiter verschlechtert. Auf Nachfrage des ADFC hieß es jetzt, nur die Kreuzungsbereiche würden saniert. Die ganzen Jahre wurden also nicht genutzt, um die Planungen zu verbessern. Trotz früher Hinweise bleibt der schlechte Zustand erhalten. Solche langen Verzögerungen bekommen Projekten offensichtlich schlecht.
Vorsorglich ein Hinweis: Das ganze hat nichts mit der aktuellen Haushaltssperre zu tun. Verbaut werden hier Mittel aus früheren Jahren, die SÖR wegen der ganzen Verzögerungen nicht genutzt hatte.







