Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Nürnberg e. V.

Foto: Albrecht Steindorff - Neue Fahrradstraße in der westlichen Sperberstraße

Radwegebau in Nürnberg: Ziemlich traurige Bilanz für 2025

Was wurde 2025 wirklich an neuen Strecken für den Radverkehr in Nürnberg fertiggestellt? Nur eine Lückenverkürzung an einer Hauptverkehrsstraße (Fürther Straße vor The Q), nur zwei neue Fahrradstraßen mit ca. 850 m Länge, insgesamt nur 10 Projekte.

„Tut Nürnberg wirklich was für den Radverkehr?“ Bei dieser Frage schwappen schnell die Emotionen hoch, die Meinungen fallen oft sehr kontrovers aus. Darum versuchen wir auch dieses Jahr, die Diskussion auf eine sachliche Grundlage zu stellen und die Zahlen sprechen zu lassen: Was wurde im Jahr 2025 wirklich an neuen Strecken für den Radverkehr fertig gestellt? 10 Projekte haben wir gefunden:

  1. Fahrradstraße in der westlichen Sperberstraße zwischen Pillenreuther Straße und Frankenstraße (unterbrochen an der Gugelstraße), ca. 700 m
  2. Fahrradstraße im nördlichen Teil der Sybelstraße, ca. 150 m
  3. Radspur in der Meuschelstraße gegen die Einbahnstraßenrichtung des Kfz-Verkehrs zwischen Löbleinstraße und Rollnerstraße, ca. 160 m
  4. Radweg auf der Südseite der Fürther Straße vor „The Q.“, ca. 300 m
  5. Asphaltierung des Rad-Gehweges durch die Kleingartenanlage Kieslinghof zwischen der Abzweigung der Klingenhofstraße und Neubaugebiet Am Nordostbahnhof, ca. 250 m
  6. Radwegspange zwischen Radweg an der Maxfeldstraße und Radweg an der Löbleinstraße, ca. 60 m
  7. Radweg an der Klingenhofstr. zwischen Martinstraße und Abzweig zum alten Stellwerk, ca. 20 m
  8. Radstreifen-Verbreiterung auf der Westseite der Gibitzenhofstraße zwischen Brehmstraße und Dianaplatz, ca. 800 m
  9. Radstreifen-Verlängerung und Verbreiterung auf der Nordseite der Sulzbacher Straße westlich der Rudolphstraße, ca. 180 m
  10. Neue Platten auf dem Geh- und Radweg (in beide Richtungen frei gegeben) an der Kohlenhofstraße zwischen Schanzäckerstraße und Leonhardstraße, ca. 180 m

SÖR („Servicebetrieb Öffentlicher Raum“, zuständig für den Bau) hatte im Oktober noch mit 16 fertig gestellten Maßnahmen gerechnet, aber z.B. bei den Fahrradstraßen Schleifweg, Gerngroßstraße, Frankenstraße, Kleestraße klappte das nicht; beim Weg von der Goldbachstraße entlang der Bahn fehlt z.B. noch die oberste Asphaltschicht und es handelt sich um eine Sanierungsmaßnahme, keinen Neubau.

So erfreulich einzelne Maßnahmen sind, insgesamt ergibt sich somit auch für 2025 eine ziemlich traurige Bilanz. Was geschaffen wurde, ist ganz weit von den Zielen entfernt, die 2021 im Mobilitätsbeschluss der Stadt Nürnberg genannt wurden wie z.B. 10 km Fahrradstraße pro Jahr, Verwirklichung des 135 km langen Radvorrangrouten-Netzes bis 2030. 

Wenn so weitergearbeitet wird, wird es auch 2050 kein lückenloses Radverkehrsnetz in Nürnberg geben. Zur Erinnerung: Das gesamte Nürnberger Straßennetz ist ca. 1.160 km lang, davon sind ca. 230 km Hauptverkehrsstraßen (lt. chat gpt). In Nürnberg fehlt offensichtlich eine zentrale Stelle, die den sog. „Radwegebau“ (also den Bau von Radverkehrsanlagen aller Art) und die Einhaltung von Zeitplänen verantwortlich steuert und steuern darf, wie es bei anderen Projekten der Stadt (z.B. neues Opernhaus) der Fall ist.

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