Logo der Radverkehrskampagne Nürnberg steigt auf

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Nürnberg steigt auf 2030: Kampagne der Stadt Nürnberg beschlossen

Der für Verkehr zuständige Ausschuss des Stadtrates hat in seiner Sitzung am 7. Juli 2022 ein Maßnahmenpaket zur Förderung des Radverkehrs beschlossen: Nürnberg steigt auf 2030. Wie ist unsere Einschätzung hierzu?

Nürnberg steigt auf 2030 - die neue Kampagne der Stadt Nürnberg für den Radverkehr

Die Stadt Nürnberg will den Radverkehr fördern. In der Stadt sind große Potentiale zum Umstieg aufs Rad vorhanden. Jeder weiß aber, dass sehr große Anstrengungen von Seiten der Stadt notwendig sind, um den Umstieg tatsächlich zu fördern. Klar ist aber auch, dass es für den Umstieg die Bürger*innen braucht, die die Radverkehrsmöglichkeiten in der Stadt tatsächlich nutzen und ihr Auto immer häufiger stehen lassen; diese Verhaltensänderung ist zwar ein Kraftakt, der Ausdauer und Erfindungsgeist erfordert, aber er wird belohnt durch Schnelligkeit und Leichtigkeit.

Der Radverkehrsanteil in Nürnberg hat sich von 10 Prozent aller Wege im Jahr 2009 auf 15 Prozent in 2020 gesteigert. Dabei wurde die Zahl der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege sogar verdoppelt, weil sich parallel die Gesamtzahl der Wege erhöht hat. Ziel ist jetzt, bis 2030 den Radwegeanteil auf 20 Prozent zu erhöhen. Aus bundesweiten Studien wissen wir, dass mit der in den letzten Jahren stetig verbesserten Fahrradtechnik auch der Anteil bei längeren Strecken deutlich wächst.

Die Verwaltung der Stadt Nürnberg hat zusammen mit dem Runden Tisch Radverkehr in den letzten Jahren die verschiedenen Handlungsfelder für die Förderung des Radverkehrs diskutiert und für alle Themen Maßnahmenbündel erstellt, die in einer Fortschreibung der Strategie „Nürnberg steigt auf / 2030“ zusammengefasst wurden. Der für Verkehr zuständige Ausschuss des Stadtrates hat in seiner Sitzung am 7. Juli 2022 diese Strategie beschlossen. Entlang von Meilensteinen in den Jahren 2023 - 2026 - 2030 sollen dabei die Ziele des Radentscheids 2020 entsprechend dem Mobilitätsbeschluss des Stadtrates vom 27. Januar 2021 umgesetzt werden.

Nürnberg steigt auf 2030 - unsere Meinung

Die Verkehrssituation in der Stadt Nürnberg ist geprägt von der Entwicklungsgeschichte der letzten 60 Jahre mit ihrer dominierenden Idee, dass der flüssige Autoverkehr Vorrang hat. Auch wenn es positive Entwicklungen bei den Fußgängerzonen der Innenstadt und bei der Entwicklung der U-Bahn und der Straßenbahn gab, das Radwegenetz blieb lückenhaft und unterentwickelt. Durch den zunehmenden Autoverkehr wurde es immer schlechter nutzbar, Fuß- und Radverkehr wurden mehr und mehr zusammengedrängt.

Umso herausfordernder sind die jetzt notwendigen Kraftanstrengungen, um für Radfahrende aller Altersgruppen objektiv und subjektiv sichere Radverbindungen in der ganzen Stadt zu entwickeln. Beispiel Kreuzungen: für Autofahrer selbstverständlich optimiert, für viele Radfahrende häufig der Albtraum. Sie können oftmals nur schlecht erkennen, wie sie sicher über die Kreuzung gelangen, wie sie links abbiegen sollen oder in welcher Richtung sie von dort am besten zu ihrem Ziel kommen.

Umso mehr begrüßen wir als ADFC, dass in der Stadt Nürnberg Politik und Verwaltung gemeinsam die vielfältigen Handlungsbedarfe für eine zeitgemäße Radinfrastruktur transparent darstellen und konkrete Zielsetzungen für die nächsten Jahre festlegen. Uns ist klar, dass dadurch nicht schlagartig eine neue Radfahrqualität in der Stadt entsteht. Aber die aufgezeigten Schritte gehen in die richtige Richtung; sie sind unverzichtbar und dürfen nicht aufgeschoben werden. Und es ist klar, es gibt zusätzliche Handlungsbedarfe für den Radverkehr, weil auch die sonstige Entwicklung der Stadt nicht stillsteht, und weil ergänzende Zusagen aus dem Mobilitätsbeschluss umzusetzen sind.

Wir unterstützen die Umsetzung der Radverkehrsstrategie und bieten weiter Beratung an, um die Bedürfnisse der Radfahrenden besser zu berücksichtigen. Die meisten Menschen wollen mehr mit dem Rad fahren. Sie wollen auch als Familien unabhängiger vom Auto werden und das geht nur zusammen mit dem Rad, zu Fuß und mit dem ÖPNV. Eine konsequente Umsetzung der Radverkehrsstrategie hilft ihnen dabei.

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https://nuernberg.adfc.de/artikel/nuernberg-steigt-auf-2030-die-neue-kampagne-der-stadt-nuernberg-fuer-radverkehr

Häufige Fragen von Alltagsradler:innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radler:innen in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank deiner Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein. Für dich hat die ADFC-Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Du kannst egal, wo du mit deinem Fahrrad unterwegs bist, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhältst du mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was dich als Radler:in politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Bist du noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radfahrende mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass du auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden kannst. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

  • Worauf sollte ich als Radler:in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Du hast keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radler:in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmer:innen zu rechnen. Passe deine Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalte dich vorhersehbar, in dem du beispielsweise dein Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halte Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer:innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachte immer die für alle Verkehrsteilnehmer:innen gültigen Regeln – und sei nicht als Geisterfahrer:in auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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