
Foto: Markus Metschl - die „schlimmste Radweglücke“ auf beiden Seiten entlang der Maximilianstraße - dem Westring B4R - zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Fürther Straße
Am Westring ist Nürnbergs "schlimmste Radweglücke"
Beim ADFC-Online-Voting über Nürnbergs schlimmste Radweglücken fiel die Entscheidung auf die 350 Meter lange Radweglücke auf beiden Seiten entlang der Maximilianstraße - dem Westring B4R - zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Fürther Straße.
Zwischen dem 27. Februar und dem 30. April 2026 gaben insgesamt 1.246 in Nürnberg Rad fahrende Menschen ihre Stimme ab. Für die Radweglücke am Westring stimmten 55% der Teilnehmenden mit einer Zehn von zehn. 91% aller Teilnehmenden kennen die Lücke. Im Mittel aller abgegebenen Stimmen kam die schlimmste Lücke auf 8,97 Punkte. Für das Voting traf der ADFC Nürnberg eine Vorauswahl von 15 Radweglücken. Diese konnten auf einer Skala von eins (nicht schlimm) bis zehn (sehr schlimm) bewertet werden.
Martin Wolff, Vorsitzender des ADFC Nürnberg und Umgebung, stellt fest: „Beim Westring B4R wird der größte Handlungsbedarf gesehen und das ist kein Zufall. Diese Route ist nahezu alternativlos, wenn man mit dem Fahrrad die Pegnitz, die Bahnlinie und den Frankenschnellweg überwinden will. Wer diese Lücke meiden will, muss Umwege von mehr als drei Kilometern in Kauf nehmen, wobei auch die Umwege wiederum Lücken im Radwegenetz haben. Die Lücke am Westring zu schließen, dürfte die wirkungsvollste Einzelmaßnahme sein, um die Bedingungen für den Radverkehr in Nürnberg zu verbessern. Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Stadt hier loslegt.“
Aus Sicht des ADFC Nürnberg ist es nicht damit getan, einen schmalen Radschutzstreifen, wie er bereits an vielen Stellen am B4R aufgezeichnet ist, abzumarkieren. Stattdessen braucht es einen breiten Radstreifen, der mindestens durch Gummischwellen oder ähnliches vom Autoverkehr getrennt ist. An dieser Stelle ist die Straße breit genug, dass selbst bei einem abgetrennten Radstreifen ausreichend Platz für den motorisierten Verkehr und eine Rettungsgasse bleibt.
Der Westring ist für Tempo 50 freigegeben und diese Geschwindigkeit wird dort auch tatsächlich gefahren. Gleichzeitig ist das Verkehrsaufkommen hoch: In 16 Stunden passieren dort zwischen 25.000 und 30.000 Kraftfahrzeuge. Trotz der als problematisch empfundenen Radweglücke nutzen nach den Zahlen der städtischen Verkehrszählung auch viele Radfahrende diese Strecke: An zahlreichen Tagen sind es mehr als 1.000 Radlerinnen und Radler, zu Spitzenzeiten sogar über 2.000 innerhalb von 16 Stunden.
Weitere Ergebnisse des Votings
Auf Platz zwei schafften es beim ADFC-Online-Voting die Radweglücken in der Rothenburger Straße, die durchschnittlich mit 8,62 Punkten von zehn bewertet wurden, bei 44% derTeilnehmenden sogar mit 10/10. Der dritte Platz ging an die Radweglücken in der Bucher Straße (8,54 bei 40% mit 10/10). Eine Übersicht über alle Ergebnisse des Online-Votings findet sich in der nachstehenden Grafik des ADFC-Statistikers Hermann Ross. Eine ausführliche Auswertung der Abstimmung zu Lücken im Radwegenetz gibt es unter:
https://nuernberg.adfc.de/fileadmin/Gliederungen/Pedale/nuernberg/user_upload/Pressemitteilungen/2026/2026_05_13_Radwegluecken/Auswertung_Radweglueckent_Herrmann_Ross.pdf
Über den ADFC:
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit rund 240.000 Mitgliedern, davon rund 35.000 in Bayern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der ADFC Kreisverband Nürnberg setzt sich insbesondere für die Umsetzung des Mobilitätsbeschlusses von 2021 ein.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
- Martin Wolff, ADFC Nürnberg, unter 0177 323 7168 oder martin.wolff [at] adfc-nuernberg.de
- Nicola A. Mögel, ADFC Nürnberg, unter 01512 / 7149417 oder nicola.moegel@adfc-nuernberg.de
