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ADFC Online-Voting: Nürnbergs schlimmste Radweglücke
Nürnbergs größtes Hindernis auf dem Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt für Jung und Alt sind die Lücken im Radverkehrsnetz – die weißen Flecken auf der Karte. Doch welche Lücken sind besonders gravierend?
Wo besteht der dringendste Verbesserungsbedarf? Bis zum 30. April 2026 läuft hierzu noch ein Online-Voting, bei dem 15 ausgewählte Radweglücken zur Abstimmung stehen. Die Lücken können auf einer Skala von eins, hier gibt es keinen Handlungsbedarf, bis zehn, dem sofortigen Handlungsbedarf, bewertet werden. Etwa 500 Menschen haben schon teilgenommen. Die Umfrage ist online unter https://survey.lamapoll.de/Umfrage-Radverkehrsluecken-Nuernberg
In vielen Bereichen verfügt Nürnberg bereits über eine ansprechende und gut ausgebaute Radinfrastruktur. Dieses vorhandene Angebot könnte jedoch deutlich intensiver genutzt werden, wenn die Wegeführung konsequent und durchgängig gestaltet wäre. Derzeit enden Radwege an zahlreichen Stellen unvermittelt und ohne ausreichende Vorankündigung. Radfahrende sehen sich dadurch immer wieder gezwungen, ihre Route kurzfristig anzupassen und für einige hundert Meter oder sogar über mehrere Kilometer in den Mischverkehr auszuweichen – nicht selten auf stark befahrenen Straßen mit Geschwindigkeiten von Tempo 50 oder mehr.
Martin Wolff, Vorsitzender des ADFC Nürnberg, erklärt: „Gerade für Kinder, ältere Menschen, ungeübte Radfahrende oder Ortsunkundige stellen solche Netzlücken eine erhebliche Barriere dar. Sie verhindern selbstständige Mobilität und schrecken viele Menschen dauerhaft vom Umstieg aufs Fahrrad ab. Zudem bergen sie reale Gefahren: Wer im Mischverkehr unterwegs ist, ist darauf angewiesen, dass Autofahrende aufmerksam sind und ihre Geschwindigkeit anpassen. Tragische Unfälle der vergangenen Jahre zeigen, dass dies nicht immer gewährleistet ist. Die konsequente Schließung dieser Lücken gehört daher zu unseren zentralen Forderungen als Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Nürnberg. Dabei gilt es, Prioritäten zu setzen und zunächst dort zu handeln, wo der Handlungsbedarf am größten ist.“